Der Erfolg einer Ladenbau-Montage hängt an zwei Dingen: an der Ausführung vor Ort und, in großem Maß, an dem, was vorher geklärt wurde. Sechs Punkte sollten Auftraggeber und Montageteam vor dem ersten Termin abstimmen: welches Monteurprofil das Projekt braucht, wie das Material an den Standort kommt und wo es bis dahin liegt, wie angeliefert werden darf und wer die Monteure vor Ort anmeldet, welches Werkzeug und welche Technik gebraucht werden, ob die Fläche am Montagetag wirklich frei ist, und wie abgenommen und dokumentiert wird. Eine gute Montagefirma stellt diese Fragen von sich aus, bevor sie ein Angebot schreibt.
Was Auftraggeber und Montageteam vor der Montage abstimmen sollten
Der Hersteller produziert die Einrichtung, die Spedition bringt sie an den Standort, und am Ende steht ein Montageteam im Laden. Die Montage ist das letzte Glied vor dem Endkunden. Deshalb muss sie klappen — und deshalb fällt hier auf, was vorher nicht geklärt wurde.
Ob eine Montage sauber läuft, entscheidet sich am Ende an zwei Stellen: an der Arbeit des Teams vor Ort und an der Abstimmung davor. Die Ausführung ist Sache der Montagefirma, danach wählt man sie aus. Die Abstimmung ist gemeinsame Sache — und sie ist der Teil, den beide Seiten beeinflussen können, bevor der erste Meter gefahren wird.
Vieles, was auf einer Baustelle Zeit kostet, ist keine Frage des Handwerks. Der LKW kann nicht entladen. Der Marktleiter weiß von nichts. Das Material steht in einer anderen Filiale. Der Boden ist noch nicht verlegt. Das Ergebnis ist in allen vier Fällen dasselbe: Das Team wartet, der Tag ist bezahlt, und der Termin verschiebt sich.
Die folgenden sechs Punkte sind die, an denen es in der Praxis am häufigsten hängt.
Wer montiert: Das Profil muss zum Projekt passen
Ein Regalaufbau über fünfzig Märkte braucht andere Leute als ein Flagship-Store mit furnierten Einbauten. Das falsche Montageteam ist in beide Richtungen teuer. Der High-End-Tischler am Standardregal kostet zu viel. Das Regalteam am Furniereinbau arbeitet zu ungenau, und die Nacharbeit kostet mehr, als der Tischler gekostet hätte.
Eine Montagefirma mit Erfahrung hat verschiedene Profile zur Verfügung und entscheidet gemeinsam mit dem Auftraggeber, welche das Projekt braucht. Das ist einer der ersten Schritte im Gespräch, nicht der letzte.
Die Frage lautet also nicht „Können Sie das?". Sie lautet: Wen setzen Sie ein, und warum genau diese Leute? Wer darauf keine differenzierte Antwort hat, hat ein Team und schickt es überall hin.
Material und Logistik: der häufigste Bruchpunkt
Steht das Material am Montagetag im Laden, oder kommt es zeitgleich mit den Monteuren an? Just-in-time-Anlieferung klingt schlank. In der Praxis führt sie regelmäßig zu Wartezeit: Das Team steht, die Stunden laufen, und das Zeitfenster am Standort ist trotzdem vorbei.
Vor der Vergabe zu klären:
Wer lagert zwischen, wenn das Material vor dem Termin ankommt. Ein Ladenlokal ohne Rückraum hat keinen Platz für zwanzig Paletten.
Wer kommissioniert je Standort. Bei einer Serie über mehrere Filialen entscheidet die Kommissionierung darüber, ob an Standort 12 die richtigen Teile stehen.
Wer prüft die Lieferung auf Vollständigkeit und wer meldet Fehlteile an wen.
Wer trägt einen Leerlauf, wenn das Material nicht da ist.
Wer entsorgt. Verpackung, Altmobiliar, Bauschutt. Das ist der Punkt, den viele Angebote nicht enthalten und viele Rechnungen nachträglich schon.
Anlieferung und Zugang: wie Ware und Monteure in den Laden kommen
In der Innenstadt und im Shop-in-Shop kann oft nicht angeliefert werden, wenn es gerade passt. Kein Halten vor der Tür, keine Anlieferung über die Verkaufsfläche, kein Zugang während der Öffnungszeiten.
Zu klären sind die Wege und die Fenster: Rampe oder Bordstein. Länge des Fußwegs vom Fahrzeug zur Fläche. Anlieferzeiten des Centers. Halteverbot, wenn nötig. Und der Warenaufzug mit seinen tatsächlichen Innenmaßen — er entscheidet, ob ein Element überhaupt in die Etage kommt.
Dazu die Menschen: Wer meldet das Montageteam an, beim Marktleiter, beim Center-Management oder bei der Bauleitung? Wer stellt Schlüssel und Alarmcode? Wer führt die Sicherheitsunterweisung durch? Diese Fragen wirken klein. Nicht geklärt, kosten sie den halben Vormittag von vier Leuten.
Werkzeug und Technik vor Ort
Was das Team mitbringt, wird beim Beladen entschieden. Was nicht auf dem Fahrzeug liegt, ist am Montagetag nicht da.
Deshalb gehört vorher auf den Tisch, was das Projekt technisch verlangt: Steht Strom an, und wo? Werden Hebehilfen gebraucht, Glassauger, ein Gerüst oder eine Hubarbeitsbühne? Welcher Untergrund liegt an den Wänden, und passt die vorhandene Bohrtechnik dazu? Ist eine Kernbohrung vorgesehen, und wer übernimmt sie?
Planung im richtigen Umfang
Der Planungsaufwand skaliert mit dem Projekt. Mehr ist nicht besser, sondern nur teurer.
Bei einem einzelnen Montageprojekt genügen Termin, Teamgröße, Anlieferung, Zugang und Dauer. Wer hier ein Planungswerk auffährt, verkauft Papier.
Bei einer Serie über wenige Standorte kommen Reihenfolge und Zeitfenster je Standort dazu, dazu die Frage, wer wann welches Material bekommt.
Bei einem Roll-out über zwanzig, fünfzig oder mehr Standorte braucht es einen Rolloutplan: welcher Standort in welcher Woche, welche Teams, wie das Material nachläuft, und was passiert, wenn ein Standort klemmt. Ein Roll-out ohne Puffer funktioniert nur bei gutem Wetter. Mehr dazu auf unserer Seite zu Roll-outs und Filialumbauten.
Ein Punkt bleibt in allen drei Fällen gleich: Wer die Planung erst nach der Auftragserteilung liefert, plant während der Montage.
Beschreiben Sie kurz Ihr Projekt — wir prüfen Termin und Kapazität.
Projekt anfragenBaustellenreife: Wenn die Vorgewerke nicht fertig sind
Das ist einer der häufigsten und teuersten Fälle. Der Boden ist noch nicht verlegt. Die Maler arbeiten noch. Die Elektrik hängt aus der Decke. Die Fläche ist noch mit alter Ware belegt.
Für die Montage ist das kein handwerkliches Problem. Es kostet sie trotzdem den Tag, und es kostet alle Beteiligten Nerven.
Deshalb gehört vor jeden Anfahrtstermin eine Frage: Wer bestätigt, dass die Fläche montagebereit ist, und wann? Und ins Angebot gehört die Antwort darauf, was ein Leerlauf kostet und wer ihn trägt.
Das ist keine Drohung an den Auftraggeber. Es erklärt einen Teil des Preisunterschieds zwischen zwei Angeboten: Das eine hat das Risiko eingepreist, das andere schickt die Rechnung nach.
Abnahme und Dokumentation: vorher festlegen, nicht hinterher
Die Abnahme ist kein Formalakt am Ende. Sie wird am Anfang festgelegt.
Vor Montagebeginn: Bestandsaufnahme der Fläche. Schäden, die schon da waren, gehören protokolliert. Sonst gehören sie hinterher dem, der zuletzt im Laden war.
Während der Montage: Fotodokumentation. Zu klären ist, wie viele Fotos, aus welchen Perspektiven und in welchem Format der Auftraggeber sie braucht. Bei einer Serie entscheidet das darüber, ob fünfzig Filialen später vergleichbar sind oder ob fünfzig Ordner mit unterschiedlichen Bildern entstehen.
Bei der Übergabe: das Abnahmeprotokoll mit Beteiligten, Leistungsumfang, Mängeln und Restarbeiten — jede Restarbeit mit Termin und Verantwortlichem. Dazu die Frage, wer vor Ort unterschreiben darf. Ein Marktleiter ist nicht in jedem Fall zeichnungsberechtigt.
Die Vorgaben kommen meist vom Auftraggeber oder Konzeptgeber, oft als Konzepthandbuch mit Checklisten. Wo es keine gibt, gilt der Rahmen der VOB. Bei Serien gilt zusätzlich: an allen Standorten dieselbe Protokollstruktur.
Die Klärungsliste: Fragen vor Montagebeginn
Profil. Welches Monteurprofil braucht das Projekt? Wer wird eingesetzt, und warum diese Leute?
Material und Logistik. Ist das Material bei Montagebeginn vor Ort oder wird just in time geliefert? Wer lagert zwischen? Wer kommissioniert je Standort? Wer prüft auf Vollständigkeit? Wer entsorgt Verpackung und Altmobiliar?
Anlieferung und Zugang. Wann und wo darf angeliefert werden? Rampe, Fußweg, Aufzugsmaße, Center-Zeitfenster? Wer meldet das Montageteam an? Wer stellt Schlüssel, Alarmcode, Unterweisung?
Werkzeug und Technik. Steht Strom an? Wird Spezialwerkzeug, Hebehilfe, Gerüst oder Hubbühne gebraucht? Welcher Untergrund liegt an? Ist eine Kernbohrung vorgesehen, und wer übernimmt sie?
Baustellenreife. Wer bestätigt die Montagebereitschaft der Fläche, und wann? Was kostet ein Leerlauf, und wer trägt ihn?
Abnahme und Dokumentation. Wird der Bestand vorher aufgenommen? Wie viele Fotos, welche Perspektiven, welches Format? Wer unterschreibt vor Ort? Wie werden Restarbeiten festgehalten?
Diese Liste gibt es als PDF zum Ausfüllen — Klärungsliste Montage herunterladen.
Woran Sie eine passende Montagefirma erkennen
Sie stellt diese Fragen selbst. Ein Angebot, das nur nach Quadratmetern und Terminen fragt, kalkuliert das Risiko nicht ein — es entdeckt es auf der Baustelle.
Sie legt offen, wer montiert. Eigene Monteure, ein Netzwerk aus Partnerfirmen oder beides. Wir bei Emig arbeiten mit eigenen Monteuren plus einem eingespielten Netzwerk und sagen das so.
Sie hat die Projektgröße schon gemacht. Emig Ladenbau hat in über 20 Jahren mehr als 2.000 Montageprojekte umgesetzt, darunter über 30 große Roll-outs. In einem Discounter-Rollout haben wir mehr als 50 komplette Supermärkte umgebaut, mit bis zu 20 Monteuren parallel und teils mehreren Filialen pro Woche. Die Abwicklung läuft auf Deutsch, Französisch und Englisch, in Deutschland und europaweit. Referenzen ansehen.
Häufige Fragen
Was sollte ich für eine Montageanfrage bereithalten?
Wer organisiert die Anlieferung des Materials?
Kann im laufenden Betrieb montiert werden?
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