Was ist eine Rollout-Montage? Typen, Ablauf, Teams, Logistik
Was ein Rollout in der Montage ist, welche drei Typen es gibt und wie ein Rollout über 20, 50 oder mehrere hundert Standorte abläuft. Erfahrungswerte aus über 100 Rollouts in Deutschland und Europa, für Projektleiter bei Filialisten, Herstellern und Ladenbauern.
Was ist eine Rollout-Montage?
Eine Rollout-Montage ist die Montage derselben oder einer ähnlichen Ladeneinrichtung an vielen Standorten, in einer festen Reihenfolge und meist im Wochentakt. Das Handwerk ist dasselbe wie bei einem einzelnen Laden. Der Unterschied liegt in der Menge: Was an einem Standort eine halbe Stunde kostet, kostet über 50 Standorte mehrere Tage. Deshalb entscheidet bei einem Rollout die Planung vor dem ersten Einsatz.
Diese Seite fasst zusammen, was wir aus über 100 Rollouts gelernt haben. Das reicht vom Zweierteam, das in vielen Filialen ein Modul tauscht, bis zum Komplettumbau mit in Spitzen über 30 Monteuren gleichzeitig. Sie ist für Projektleiter geschrieben, die einen Rollout planen, ausschreiben oder vergeben.
Nicht jeder Rollout ist derselbe Rollout
Ein Ladenkonzept 25-mal neu aufbauen, in 100 Filialen ein Regal tauschen oder 50 Märkte komplett umbauen: Das alles heißt „Rollout“, es sind aber verschiedene Leistungen. Teamgröße, Dauer und Takt sind jeweils anders, und auch die Auftraggeber sind andere. Wer einen Rollout anfragt, sagt deshalb am besten zuerst, um welchen Typ es geht.
Neuaufbau an vielen Standorten
Dasselbe Ladenkonzept wird an neuen Standorten komplett aufgebaut, eine Neueröffnung nach der anderen.
Typisch: 2 bis 12 Monteure je Standort, Tage bis Wochen je Standort.
Wichtig für den Kunden: Der Eröffnungstermin hält, und jeder Standort sieht gleich aus.
Modul-Rollout
Ein einzelnes Element wird in vielen bestehenden Filialen montiert oder getauscht, zum Beispiel ein Regal, eine Vitrine oder eine Kassenzone.
Typisch: Zweierteams, wenige Stunden bis ein Tag je Filiale, oft mehrere Filialen pro Tag.
Wichtig für den Kunden: viele Filialen pro Woche und Fotos von jeder Filiale.
Komplettumbau
Bestehende Märkte werden komplett umgebaut, mit Rückbau und Neumontage. Bei Supermärkten läuft das oft nachts oder abschnittsweise, weil der Markt geöffnet bleibt.
Typisch: 12 Monteure je Markt, 4 bis 5 Nächte, 1 bis 2 Märkte pro Woche.
Wichtig für den Kunden: Der Markt öffnet morgens pünktlich, und für Ausfälle steht Ersatz bereit.
Wie ein Rollout abläuft: von der Standortliste bis zur letzten Abnahme
Am Anfang steht die Standortliste: welche Standorte, in welcher Reihenfolge und mit welchem Umfang. Daraus entsteht der Rolloutplan. Er legt fest, welches Team wann wo ist und wann geliefert und abgenommen wird. Danach ordnen wir die Teams zu und buchen Anreise und Unterkünfte.
An jedem Standort läuft der Einsatz gleich ab. Am Vortag bestätigt der Auftraggeber, dass alles bereit ist. Dann montiert das Team nach Plan und meldet sich beim festen Ansprechpartner. Am Ende steht die Abnahme mit Protokoll und Fotos, und offene Punkte bekommen einen Termin. Dieser feste Ablauf ist gewollt. Ein Team, das ihn aus der zehnten Filiale kennt, braucht in der elften keine Einweisung mehr. Deshalb werden Rollouts mit der Zeit schneller.
Im Hintergrund behält ein fester Ansprechpartner den Stand aller Standorte im Blick. Er verschiebt Teams, wenn ein Markt nicht bereit ist, und spricht mit dem Auftraggeber über Änderungen. Bei Emig bleibt das über den ganzen Rollout dieselbe Person.
Rolloutplan und Puffer: warum wir mit 20 % rechnen
Ob der Rolloutplan vom Auftraggeber kommt oder ob wir ihn gemeinsam erstellen, ist zweitrangig. Bei einem Discounter-Rollout in Österreich hat der Auftraggeber den Plan vorgegeben und in jedem Markt einen eigenen Bauleiter gestellt. Häufiger erstellen wir den Plan mit dem Kunden. Beides funktioniert, wenn die Reihenfolge der Standorte, das Anlieferfenster je Filiale und die Entscheidungen vor Ort geklärt sind.
Rollouts scheitern selten daran, dass Monteure fehlen. Häufiger ist die Zeit zu knapp gerechnet. Wir planen deshalb mit rund 20 % Zeitpuffer. Das kostet etwas Effizienz. Dafür bringt ein einzelner Zwischenfall nicht den ganzen Wochentakt durcheinander. Läuft es besser, ist das ein Gewinn.
Wie viele Standorte pro Woche möglich sind, hängt vom Typ ab. Beim Komplettumbau brauchte ein Markt mit 800 bis 1.200 m² Verkaufsfläche 12 Monteure über vier bis fünf Nächte. So wurden ein bis zwei Märkte pro Woche fertig. Bei einem Modul-Rollout schafft ein Zweierteam oft mehrere Filialen am Tag. Die Zahl legen wir vor dem Start fest.
Teams und Führung: eigene Leute plus Montagepartner
In Spitzen hatten wir über 30 Monteure gleichzeitig im Einsatz. Die Teams bestehen aus eigenen Monteuren und Montagepartnern aus unserem Netzwerk. Jedes Team wird von ein bis zwei eigenen Leuten geführt. Sie kennen den Ablauf und entscheiden vor Ort, wenn etwas nicht passt. Wer nachts um zwei vor einem fehlenden Regalboden steht, braucht jemanden, der entscheiden darf.
Ein Rollout über Monate bedeutet planbare Auslastung, für unsere Monteure und für die Montagepartner. Ein eingespieltes Team zieht anders mit als eines, das kurzfristig zusammengestellt wurde. Dazu gehört, dass Unterkunft, Anreise und Ablösung gut organisiert sind.
Ausfälle gehören dazu. Bei über 30 Leuten wird immer mal jemand krank. Der Wochentakt hält trotzdem, weil der Puffer im Plan steht und wir Ersatz einplanen, bevor er gebraucht wird.
Logistik und Material: wer liefert, wer montiert
Bei großen Rollouts empfehlen wir, die Logistik getrennt zu vergeben. Ein Logistiker liefert das Material just in time direkt in die Läden, und wir stimmen die Termine mit ihm ab. So ist die Ware da, wenn das Team ankommt. Wir übernehmen ab Anlieferung. Kleinere Mengen können wir auch bei uns zwischenlagern.
Bei einem Rollout über mehr als 200 Tankstellen war die Abstimmung mit der Anlieferung der wichtigste Punkt. Die Termine der Teams mussten zu den Lieferungen passen, und jede Station wurde noch am selben Tag zurückgemeldet. Verpackung und Restmengen gehören immer in die Planung. Sonst steht am dritten Standort ein Lkw voll Kartonage im Weg.
Bei weiten Anfahrten bleiben die Teams mehrere Wochen am Stück vor Ort. Hotels und Monteurswohnungen organisieren wir. Bei Rollouts im Ausland kommen die Meldepflichten des jeweiligen Landes dazu, in Frankreich zum Beispiel die SIPSI-Meldung.
Der Vortag-Check: eine Liste, die der Auftraggeber bestätigt
Vor jedem Standort gehen wir mit dem Auftraggeber eine feste Liste durch. Er bestätigt uns die Punkte, nicht der Markt. Aufmaß und Pläne müssen zur Fläche passen, und das Material muss vollständig vor Ort sein, auch die Kleinteile. Zugang, Schlüssel und Alarm müssen geregelt sein, mit einem Namen und einer Nummer, die auch nachts erreichbar ist. Strom, Licht und Entsorgung müssen vorhanden sein. Die Marktleitung ist informiert, und die Flächen sind freigeräumt.
Die Liste ist bewusst kurz. Sie ersetzt keine Bauleitung. Sie verhindert die typischen Fehler, die bei vielen Standorten am teuersten sind. An einem Standort kostet ein offener Punkt eine halbe Stunde. Über 50 Standorte werden daraus Tage.
Wenn etwas schiefgeht: Regeln vor dem ersten Einsatz
Bei jedem Rollout fehlt irgendwo Material, ein Aufmaß stimmt nicht, oder eine Baustelle ist nicht fertig. Standorte, die nicht fertig sind, planen wir deshalb von Anfang an mit ein. Wichtig ist, dass die Regeln dafür vorher feststehen. Vor dem ersten Einsatz klären wir mit dem Auftraggeber vier Fragen: Wird mit dem weitermontiert, was da ist, oder wird der Standort verschoben? Wer entscheidet das vor Ort? Ist eine Nachmontage abgestimmt? Und wie wird sie dokumentiert und abgerechnet?
Wenn diese Fragen vorher beantwortet sind, muss niemand improvisieren. Was man bei einer unfertigen Baustelle vorher klären kann und was vor Ort entschieden wird, steht im Beitrag Wenn die Baustelle nicht fertig ist.
Abnahme und Dokumentation: je Standort, am selben Tag
Jede Filiale übergeben wir mit Abnahmeprotokoll und Fotos nach einer vorher vereinbarten Vorgabe. Offene Punkte bekommen einen Termin für die Nacharbeit. Je einfacher die Foto-Vorgabe, desto vollständiger die Dokumentation. Bei Modul-Rollouts sind die Fotos oft besonders wichtig, weil der Hersteller damit gegenüber seinem Kunden abrechnet.
Die Abrechnung läuft gesammelt über den festen Ansprechpartner, je Standort nachvollziehbar. Für Montagepartner, die in einem Rollout mitarbeiten, gelten dieselben Regeln, was eine Rechnung als Montage-Subunternehmer enthalten muss, steht im Beitrag Rechnung als Montage-Subunternehmer.
Was den Aufwand eines Rollouts bestimmt
Preise nennen wir erst, wenn wir Standortliste, Zeitraum und Umfang kennen. Was den Aufwand bestimmt, ist aber bei jedem Rollout gleich. Am meisten zählt der Typ: Ein Komplettumbau in der Nacht kostet je Standort ein Vielfaches eines Modul-Rollouts am Tag. Dann kommt es auf den Umfang je Standort an und darauf, wie gleich die Standorte wirklich sind. Auch Entfernungen und Übernachtungen spielen eine Rolle, ebenso Arbeitszeiten, Zugang und Anlieferung. Schließlich zählt, wie genau der Auftraggeber die Dokumentation braucht.
Günstiger wird ein Rollout, wenn die Standortliste stabil bleibt und der Auftraggeber den Vortag-Check ernst nimmt. Teurer wird er, wenn der Plan keinen Puffer hat.
Wer einen Rollout beauftragt und was er erwartet
In der Praxis gibt es drei Arten von Auftraggebern. Filialisten und Generalunternehmer vergeben den Komplettumbau. Sie erwarten, dass der Markt pünktlich wieder öffnet. Hersteller und Lieferanten vergeben Modul-Rollouts. Sie brauchen viele Filialen pro Woche und Fotos, weil sie damit gegenüber ihrem Kunden abrechnen. Ladenbauer vergeben den Neuaufbau an vielen Standorten. Für sie zählt, dass der Eröffnungstermin hält und jeder Standort gleich aussieht, in Deutschland wie im Ausland.
Emig Ladenbau führt alle drei Typen durch, mit eigenen Monteuren und Montagepartnern, deutschland- und europaweit. Wir liefern die Einrichtung nicht. Elektro, Maler und Boden übernehmen wir nur in kleinem Umfang. Unsere Aufgabe ist die Montage mit Dokumentation und Übergabe. Für eine erste Einschätzung reichen Standortliste, Zeitraum und Umfang.
Häufige Fragen zur Rollout-Montage
Was ist der Unterschied zwischen Rollout und Filialumbau?
Wie lange dauert ein Rollout über 50 Filialen?
Kann ein Rollout im laufenden Betrieb stattfinden?
Wer erstellt den Rolloutplan?
Welche Unterlagen braucht ein Montagepartner für einen Rollout?
Führt Emig Rollouts auch außerhalb Deutschlands durch?
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